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Zu dem Zeitpunkt waren wir als Familie sehr mit der Situation überfordert – aus unterschiedlichen Gründen: Unsere Eltern hatten <strong>Kommunikationsschwierigkeiten</strong>, wir verstanden die <strong>Fachbegriffe der Ärzte</strong> nicht und vor 30 Jahren war der <strong><a alt=\"Fortschritte in der Medizin bei Hämophilie\" href=\"/fortschritte-in-der-medizin/\" title=\"Fortschritte in der Medizin bei Hämophilie\">medizinische Fortschritt</a></strong> noch nicht so, wie sie heutzutage ist. </p>\n<p>Leider war ich damals keine große Stütze, weil ich selbst noch zu jung war und nur wenig verstand. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie wir teilweise <strong>wöchentlich</strong> in unserem <strong>Hämophilie-Zentrum</strong> waren und dort andere <strong>Hämophilie-Patienten</strong> sahen, die im Rollstuhl saßen. Damals wusste ich nicht, ob mein Bruder eines Tages auch solch ein Schicksal erleiden wird. Vor allem war es sehr schwierig für mich, weil ich scheinbar das einzig gesunde Kind dort war und ich nicht verstand, warum die anderen Kinder so eingeschränkt waren. </p>\n<p>Auch zu Hause war der <strong>Alltag</strong> sehr kompliziert. Mein Bruder wurde von meinen Eltern teilweise bis zu <strong>fünfmal die Woche</strong> gespritzt. Das mit anzusehen, war wirklich schlimm und machte mich auch ratlos. Es musste zu Hause alles steril sein und überall lagen <strong>Spritzen</strong> statt Spielzeuge.</p>\n<h2>Erwachsen werden, wenn der Bruder Bluter ist</h2>\n<p>Ihr könnt Euch bestimmt vorstellen, dass die <strong>Pubertät</strong> von zwei Teenagern, von denen einer <strong>Hämophilie</strong> hat, besonders schwierig war. 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Wenn sich Fuat verletzt\nhätte, wäre das fatal gewesen. Eine Schramme wäre schon ausreichend für einen Krankenhausbesuch.\nGott sei Dank, waren weder Fuat noch ich auf Streitigkeiten aus und wenn, dann\nkam es wirklich selten vor. Außerdem suchte sich Fuat bewusst einen anständigen\nund ruhigen Freundeskreis aus, weshalb ich beruhigt war, wenn sie mal unterwegs\nwaren.</p>\n<section class=\"quoteblock quoteblock--tipp\"><h3 class=\"quoteblock__headline\">Tipp</h3>\n<blockquote class=\"is-layout-flow\">\n<p>Beziehe gesunde Geschwisterkinder immer mit in die <strong><a alt=\"Therapiemöglichkeiten bei Hämophilie\" href=\"/was-ist-haemophilie/#therapie-der-haemophilie\" title=\"Therapiemöglichkeiten bei Hämophilie\">Therapie von Hämophilie A</a></strong> ein! So vermeidest Du, dass sie sich weniger beachtet fühlen.</p>\n</blockquote>\n</section>\n<h2>Unser Erwachsensein</h2>\n<p>Irgendwann kam <strong><a alt=\"Berufswahl mit Hämophilie A\" href=\"/berufswahl-mit-haemophilie-a/\" title=\"Berufswahl mit Hämophilie A\">das Thema „Berufswahl mit Hämophilie“</a></strong> auf. Während mir nahezu alle Möglichkeiten offenstanden, war Fuat leider wieder einmal stark eingeschränkt. Zum Beispiel kamen <strong>handwerkliche Berufe, landwirtschaftliche Berufe oder Profisportarten</strong> gar nicht erst für ihn infrage. Während ich heute Soldat bin, ist Fuat Angestellter bei der Stadt. Unsere Berufe könnten nicht unterschiedlicher sein, da meine <strong>Tätigkeiten</strong> sich überwiegend auf das Körperliche beschränken und Fuat hauptsächlich am Schreibtisch arbeitet. </p>\n<p>Nach Dienstschluss kann ich mich wirklich von der Arbeit erholen und den Abend mit meiner Familie ausklingen lassen, während Fuat des Öfteren noch Arzttermine hat, seine <strong>Medikamente</strong> besorgen und sich selbst noch spritzen muss. Das <strong><a alt=\"Sport und Hobbies als Hämophiler Mann\" href=\"/sport-bei-haemophilie-a-wie-finden-patienten-die-richtige-sportart/\" title=\"Sport und Hobbies als Hämophiler Mann\">Thema „Sport und Fitness“</a></strong> spielt für uns beide eine große Rolle. Wir sind beide Vereinsmitglieder, doch ich kann dem Sport wirklich so nachgehen, wie ich es möchte. Bei Fuat hingegen hängen die Tage, an denen er Sport treiben möchte, von seiner jeweiligen körperlichen Verfassung ab. </p>\n<p>Mittlerweile sind wir beide verheiratet und auch schon Väter. Ich könnte in allen Punkten noch viel weiter ins Detail gehen und es gibt noch sehr viele andere erzählenswerte Ereignisse, aber ich muss jetzt leider zum Ende kommen. <em>Ich hoffe, mein Beitrag hat Euch gefallen und hoffe auf positives Feedback. </em></p>\n<p><strong>Enden möchte ich mit Einsteins Worten:</strong> <em>„Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen.“ Also, wenn Du noch Fragen hast, lass es mich wissen! </em></p>\n<p>Euer Ferhat</p>\n<p><br/><strong>Hast Du Fragen, Anregungen oder Kritik?</strong> Dann schreibe uns gerne eine E-Mail über das <a href=\"/kontakt/\" rel=\"nofollow\"><strong>Kontaktformular</strong></a>. Wir melden uns schnellstmöglich zurück.</p>\n<p>M-DE-00006265</p>",
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