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        "bodytext_html": "<h2>Ein Festivalbesuch mit Folgen</h2>\n<p>Unsere Zwillinge gingen an einem Samstag zusammen auf ein Musik-Festival. Im Laufe des Abends trennten sie sich und unser Sohn war ganz vorne mit dabei, direkt vor der Bühne. Wie es bei einem Festival so ist, war dort vorne ein sehr dichtes Gedränge, und es wurde gedrückt und geschoben. Zum Ablauf des Unfalls erzählte er mir Folgendes: Er ist hochgehüpft, doch in dem Moment ging die Menge etwas zur Seite und als er wieder aufkam, war sein Fuß eingeklemmt. Er stürzte zu Boden und verdrehte sich gleichzeitig das Bein. Sofort spürte er einen <strong>stechenden Schmerz im Knie</strong>. Seine Kumpels mussten ihm hoch helfen und ihn stützen, denn er konnte nicht mehr auftreten. Da er <strong><a href=\"/tipps-gegen-schmerzen-bei-haemophilie/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" title=\"Tipps gegen Schmerzen\">starke Schmerzen</a></strong> hatte, brachten sie ihn zu den anwesenden Sanitätern. Dort bekam er einen sehr f<strong>esten Verband um das Knie</strong>. Anschließend fuhren er und seine Kumpels nach Hause und er wurde von ihnen in sein Zimmer gebracht, ohne dass wir es mitbekamen.</p>\n<p>Am nächsten Morgen hat er mich gerufen und gefragt, ob ich in sein Zimmer kommen könnte. Er konnte allein nicht aufstehen. Ich hatte noch Gehhilfen zu Hause, die gab ich ihm. Nachmittags ging ich mit ihm in die Klinik, da er immer noch über <strong>starke Schmerzen</strong> klagte und das <strong>Knie angeschwollen</strong> war. Ich glaube, er hatte ein wenig Glück im Unglück, da er erst am Tag vorher sein Medikament gespritzt hatte.</p>\n<h2>Diagnose Kreuzbandriss</h2>\n<p>In der Klinik wurde eine Röntgenaufnahme gemacht, um sicherzustellen, dass nichts gebrochen war. Es war ein Sonntagnachmittag (wenn es unter der Woche gewesen wäre, wären wir gleich zum Unfallarzt) mit 30 Grad im Schatten und wir erwarteten Besuch zu Hause. Nach der Röntgenaufnahme haben wir noch ungefähr fünf Stunden in der Klinik gewartet, bis endlich der Arzt wiederkam. Ich habe ihn gefragt, warum das denn so lange gedauert hätte, und er antwortete, dass er sich zuerst informieren musste, ob ein <strong><a href=\"/was-ist-haemophilie/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" title=\"Was ist Hämophilie\">Hämophilie-A-Patient</a></strong> Thrombosespritzen braucht. Ich denke er musste zuerst den Hämophilie Arzt vom <a href=\"/versorgung-von-haemophilie-patienten-durch-haemophilie-zentren/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" title=\"Hämophilie-Zentren\"><strong>Zentrum</strong></a> erwischen, das zu der Zeit noch im Aufbau war und es lag einfach an der Organisation. Denn tatsächlich bekommt nicht jeder Arzt im Laufe seiner Karriere überhaupt mal einen Hämophilie-Patienten zu Gesicht. Von daher hätte er uns das auch einfach fragen können. Aber gut, das ist ein anderes Thema.</p>\n<p>Am folgenden Montag war mein erster Arbeitstag nach dem Urlaub und ich wollte nicht gleich am ersten Tag anrufen, dass ich nochmal einen Tag frei brauche. Schließlich dachte ich, dass Man(n) mit fast 18 Jahren groß genug ist, um allein zu einem Unfallarzt zu gehen. Also organisierte ich die Oma als Fahrdienst und unser Sohn ging allein zum Arzt. Sein Auftrag war, mit dem Unfallarzt zu sprechen und danach mich bei der Arbeit anrufen, um zu erzählen, was die genaue Diagnose sei. Er rief mich an und erzählte mir, dass es ein <strong>Kreuzbandriss </strong>ist, der operiert werden muss und dass er punktiert wurde, weil so viel Blut im Kniegelenk war.</p>\n<h2>Operation und Krankengymnastik</h2>\n<p>Zusätzlich musste noch geklärt werden, wie das mit der <strong>Krankengymnastik </strong>abläuft und wie er zu viele Fehltage bei seiner Ausbildung verhindern kann. Doch der Ausbildungsbetrieb kam ihm sehr entgegen. Er bekam einen Sitzarbeitsplatz und konnte so zu viele Fehltage verhindern, denn er wird auch nach der OP für längere Zeit krankgeschrieben sein. In der Zeit bis zur OP ging er zu seiner Ausbildungsstätte, konnte nur im Sitzen arbeiten, aber bekam wenigstens die Theorie mit. Er konnte schon wieder ohne Gehhilfen und ohne seine Streckschiene gehen, da die Muskulatur um das Knie durch die Krankengymnastik gestärkt wurde. Die Streckschiene ist dazu da, dass man eine Schonhaltung einnimmt. Man kann sich ja auch gegen eine OP entscheiden und das ganz mit Muskelaufbau behandeln, aber dann muss man konsequent das ganze Leben dabeibleiben.</p>\n<p>Der Unfallarzt hatte gesagt, dass man normalerweise ca. sechs Wochen nach einem Kreuzbandriss operiert. Da es aber in der Realität immer anders aussieht und es dauert, bis man einen OP-Termin bekommt, bekam er erst acht Wochen nach dem Kreuzbandriss einen OP-Termin. Er musste einen Tag vor der OP in der Klinik sein. Am nächsten Tag war die OP für den späten Nachmittag geplant. Wir beide waren fürchterlich aufgeregt. Die OP war an meinem Geburtstag, den ich an dem Tag völlig ausgeblendet habe. Was macht man nicht alles für seinen Junior. 😉</p>\n<p>Die OP ist gut verlaufen und der operierende Arzt meinte: <strong>„Wie bei einem nicht-hämophilen Patienten.“</strong> „Ein Hoch auf die guten Medikamente“ waren meine Gedanken. Der größte Unterschied zu einem Menschen ohne Hämophilie ist, dass man als Hämophiler ein paar Tage in der Klinik verbringen sollte, um <strong>mögliche Nachblutungen</strong> zu bemerken. Außerdem müssen <strong>mehr Medikamente gespritzt werden</strong> als in der normalen Prophylaxe. Nach weiteren sechs Monaten Krankengymnastik geht es ihm jetzt wieder ganz gut. Manchmal, wenn er z. B. etwas länger knien muss oder lange Strecken läuft (alles über 10 km), hat er immer <strong>noch leichte Schmerzen</strong>. Das ist aber laut den Ärzten normal. Vor kurzem hat er auch mit Kraftaufbau an Trainingsgeräten angefangen. Dann wird hoffentlich alles irgendwann wieder wie vor der Knie-OP sein.</p>\n<p>Durch den Kreuzbandriss hat sich auch unser geplanter <strong>Wechsel des Hämophilie-Zentrums</strong> etwas verschoben, aber das schreibe ich Euch in einem neuen Blog-Beitrag.</p>\n<p><strong>Hast Du Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann schreibe uns gerne eine E-Mail über das <a href=\"/kontakt/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" title=\"Kontaktformular\">Kontaktformular</a>. Wir melden uns schnellstmöglich zurück.</strong></p>\n<p>M-DE-00017658</p>\n\n<h2 class=\"merge-source-title\">Mein Sohn mit Hämophilie A hat einen Unfall</h2>\n<hr class=\"merge-separator\">\n<p><strong>Diese Eis-Freestyler besuchen sich gegenseitig in ganz Deutschland.</strong> Somit wurden wir eines Tages vom Pupertier gefragt, ob er mit seinen Kumpels aus der Eishalle zu einem Treffen bei einem befreundeten Freestyle-Club, der 250 km von uns zu Hause entfernt ist, gehen darf. Ich fragte ihn: „Wie kommt ihr denn da hin?“. Als Antwort kam, <em>„Zuerst fahren wir ein Stück mit dem Zug und den Rest fahren wir mit dem Bus“</em>. Ich ging von einem Linienbus aus … Vorher haben wir noch ganz klar abgesprochen, dass die Hämophilie-Medikamente mit müssen, auch wenn es uncool ist.</p>\n<h2><strong>Teenager mit Hämophilie allein unterwegs</strong></h2>\n<p><strong>Also ging er an dem besagten Tag los.</strong> Wir hatten den ganzen Tag über per Handy immer mal wieder kurz Kontakt, ob alles okay ist. Gegen Abend kam dann die Nachricht, sie hätten den Nachhauseweg angetreten. Erleichterung für mich. Dann kam noch eine Nachricht. <em>„Ich bin in circa 2 Stunden zu Hause, wir sind gerade noch in einem Schnellrestaurant und essen kurz was“</em>. Ich war an diesem Abend mit meinen Mädels im Theaterhaus. Die Vorstellung ging los und ich war ganz beruhigt, da ja alles gut zu sein schien. Mein Handy war dort natürlich auf lautlos gestellt. Irgendwann, warum auch immer, ich nenne es Mutterinstinkt, sah ich auf mein Handy. Ein paar Anrufe von meinem Sohn. Ich schrieb ihm eine Nachricht, aber es kam nichts zurück.</p>\n<h2><strong>Die Polizei ruft an</strong></h2>\n<p><strong>Ich verließ den Theatersaal.</strong> Als ich gerade draußen war, rief eine unbekannte Nummer an. Es war die Polizei. Sie erzählten mir, dass mein Sohn als Beifahrer eines VW Busses einen Unfall hatte, es ihm aber soweit ganz gut ginge. Da er über Schmerzen im Nackenbereich klagte, würde er vorsichtshalber gerade mit dem Krankenwagen in eine Klinik gefahren. Ich wollte gerade nach dem Medikament fragen, als der Polizist sagte: <em>„Das Medikament ist bei Ihrem Sohn!“</em> Puh, dachte ich, mein Sohn denkt mit!</p>\n<h2><strong>Auf ins Krankenhaus</strong></h2>\n<p><strong>Ich rief meinen Mann an, der von da an den Rest regelte.</strong> Mein Mann hatte in der Zwischenzeit von mir den Namen der Klinik bekommen und fuhr sofort dort hin. Unser Sohn war noch in der Klinik, aber nicht über sein Handy erreichbar. Also fragte mein Mann am Empfang, ob sie ihm sagen könnten, wo er sich gerade befand. Der müsse noch in der Notaufnahme sein, war die Antwort. Als mein Mann dort ankam, war unser Sohn gerade fertig mit den Untersuchungen. Der Arzt sagte, sie hätten nichts gefunden, er könne ihn direkt mit nach Hause nehmen.</p>\n<p>Also gingen sie zum Auto. Im Gespräch kam zum Vorschein, dass der Arzt die <a href=\"/was-ist-haemophilie/\"><strong>Hämophilie A</strong></a> abgetan hatte, als nicht relevant bei einem Unfall. <a href=\"/was-ist-haemophilie/#therapie-der-haemophilie\"><strong>Das Hämophilie-Medikament</strong></a> wollte er nicht einmal anschauen. Mein Mann reagierte völlig richtig und sagte, dann spritzen wir jetzt sofort hier im Auto.</p>\n<h2><strong>Guter Rat für die Zukunft</strong></h2>\n<p><strong>Am nächsten Tag habe ich in unserem Hämophilie-Zentrum angerufen und über den Vorfall berichtet.</strong> Nach langem Hin und Her sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass ja schon Erwachsene Respekt vor einem Arzt haben, wie muss es dann erst Jugendlichen gehen? Jedenfalls haben wir unserem Sohn Folgendes mitgegeben: Wenn er noch einmal in so eine Situation kommt und der Arzt auf die Mitteilung, dass er Hämophilie A habe nicht reagiert und es als „nichts“ abtut, dann soll er in Zukunft sagen, er soll bitte über die <strong>24-Stunden-Hotline im Hämophilie-Zentrum</strong> anrufen und die erforderlichen Maßnahmen direkt dort besprechen. Uns ist wieder mal bewusst geworden, dass ein „normaler Arzt“ sehr selten mit der Hämophilie zu tun hat und deshalb darf man sich da nicht einfach abspeisen lassen. Ich würde Euch in jedem Alter raten, bei Problemen mit „überforderten“ Ärzten immer mit dem Hämophilie-Zentrum Kontakt aufzunehmen.</p>\n<p><strong>Hast Du Fragen, Anregungen oder Kritik?</strong> Dann schreibe uns gerne eine E-Mail über das <a href=\"/kontakt/\"><strong>Kontaktformular</strong></a>. Wir melden uns schnellstmöglich zurück.</p>\n<p>M-DE-00006265</p>",
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    "full_markdown": "Ich bin Tanja, Mutter von 17-jährigen Zwillingen, von denen der Sohn Hämophilie A hat. Er hat sich das Kreuzband gerissen, und hier erzähle ich Euch, wie das passiert ist und wie es weiterging.\n\n## Ein Festivalbesuch mit Folgen\n\nUnsere Zwillinge gingen an einem Samstag zusammen auf ein Musik-Festival. Im Laufe des Abends trennten sie sich und unser Sohn war ganz vorne mit dabei, direkt vor der Bühne. Wie es bei einem Festival so ist, war dort vorne ein sehr dichtes Gedränge, und es wurde gedrückt und geschoben. Zum Ablauf des Unfalls erzählte er mir Folgendes: Er ist hochgehüpft, doch in dem Moment ging die Menge etwas zur Seite und als er wieder aufkam, war sein Fuß eingeklemmt. Er stürzte zu Boden und verdrehte sich gleichzeitig das Bein. Sofort spürte er einen **stechenden Schmerz im Knie**. Seine Kumpels mussten ihm hoch helfen und ihn stützen, denn er konnte nicht mehr auftreten. Da er **[starke Schmerzen](/tipps-gegen-schmerzen-bei-haemophilie/ \"Tipps gegen Schmerzen\")** hatte, brachten sie ihn zu den anwesenden Sanitätern. Dort bekam er einen sehr f**esten Verband um das Knie**. Anschließend fuhren er und seine Kumpels nach Hause und er wurde von ihnen in sein Zimmer gebracht, ohne dass wir es mitbekamen.\n\nAm nächsten Morgen hat er mich gerufen und gefragt, ob ich in sein Zimmer kommen könnte. Er konnte allein nicht aufstehen. Ich hatte noch Gehhilfen zu Hause, die gab ich ihm. Nachmittags ging ich mit ihm in die Klinik, da er immer noch über **starke Schmerzen** klagte und das **Knie angeschwollen** war. Ich glaube, er hatte ein wenig Glück im Unglück, da er erst am Tag vorher sein Medikament gespritzt hatte.\n\n## Diagnose Kreuzbandriss\n\nIn der Klinik wurde eine Röntgenaufnahme gemacht, um sicherzustellen, dass nichts gebrochen war. Es war ein Sonntagnachmittag (wenn es unter der Woche gewesen wäre, wären wir gleich zum Unfallarzt) mit 30 Grad im Schatten und wir erwarteten Besuch zu Hause. Nach der Röntgenaufnahme haben wir noch ungefähr fünf Stunden in der Klinik gewartet, bis endlich der Arzt wiederkam. Ich habe ihn gefragt, warum das denn so lange gedauert hätte, und er antwortete, dass er sich zuerst informieren musste, ob ein **[Hämophilie-A-Patient](/was-ist-haemophilie/ \"Was ist Hämophilie\")** Thrombosespritzen braucht. Ich denke er musste zuerst den Hämophilie Arzt vom [**Zentrum**](/versorgung-von-haemophilie-patienten-durch-haemophilie-zentren/ \"Hämophilie-Zentren\") erwischen, das zu der Zeit noch im Aufbau war und es lag einfach an der Organisation. Denn tatsächlich bekommt nicht jeder Arzt im Laufe seiner Karriere überhaupt mal einen Hämophilie-Patienten zu Gesicht. Von daher hätte er uns das auch einfach fragen können. Aber gut, das ist ein anderes Thema.\n\nAm folgenden Montag war mein erster Arbeitstag nach dem Urlaub und ich wollte nicht gleich am ersten Tag anrufen, dass ich nochmal einen Tag frei brauche. Schließlich dachte ich, dass Man(n) mit fast 18 Jahren groß genug ist, um allein zu einem Unfallarzt zu gehen. Also organisierte ich die Oma als Fahrdienst und unser Sohn ging allein zum Arzt. Sein Auftrag war, mit dem Unfallarzt zu sprechen und danach mich bei der Arbeit anrufen, um zu erzählen, was die genaue Diagnose sei. Er rief mich an und erzählte mir, dass es ein **Kreuzbandriss** ist, der operiert werden muss und dass er punktiert wurde, weil so viel Blut im Kniegelenk war.\n\n## Operation und Krankengymnastik\n\nZusätzlich musste noch geklärt werden, wie das mit der **Krankengymnastik** abläuft und wie er zu viele Fehltage bei seiner Ausbildung verhindern kann. Doch der Ausbildungsbetrieb kam ihm sehr entgegen. Er bekam einen Sitzarbeitsplatz und konnte so zu viele Fehltage verhindern, denn er wird auch nach der OP für längere Zeit krankgeschrieben sein. In der Zeit bis zur OP ging er zu seiner Ausbildungsstätte, konnte nur im Sitzen arbeiten, aber bekam wenigstens die Theorie mit. Er konnte schon wieder ohne Gehhilfen und ohne seine Streckschiene gehen, da die Muskulatur um das Knie durch die Krankengymnastik gestärkt wurde. Die Streckschiene ist dazu da, dass man eine Schonhaltung einnimmt. Man kann sich ja auch gegen eine OP entscheiden und das ganz mit Muskelaufbau behandeln, aber dann muss man konsequent das ganze Leben dabeibleiben.\n\nDer Unfallarzt hatte gesagt, dass man normalerweise ca. sechs Wochen nach einem Kreuzbandriss operiert. Da es aber in der Realität immer anders aussieht und es dauert, bis man einen OP-Termin bekommt, bekam er erst acht Wochen nach dem Kreuzbandriss einen OP-Termin. Er musste einen Tag vor der OP in der Klinik sein. Am nächsten Tag war die OP für den späten Nachmittag geplant. Wir beide waren fürchterlich aufgeregt. Die OP war an meinem Geburtstag, den ich an dem Tag völlig ausgeblendet habe. Was macht man nicht alles für seinen Junior. 😉\n\nDie OP ist gut verlaufen und der operierende Arzt meinte: **„Wie bei einem nicht-hämophilen Patienten.“** „Ein Hoch auf die guten Medikamente“ waren meine Gedanken. Der größte Unterschied zu einem Menschen ohne Hämophilie ist, dass man als Hämophiler ein paar Tage in der Klinik verbringen sollte, um **mögliche Nachblutungen** zu bemerken. Außerdem müssen **mehr Medikamente gespritzt werden** als in der normalen Prophylaxe. Nach weiteren sechs Monaten Krankengymnastik geht es ihm jetzt wieder ganz gut. Manchmal, wenn er z. B. etwas länger knien muss oder lange Strecken läuft (alles über 10 km), hat er immer **noch leichte Schmerzen**. Das ist aber laut den Ärzten normal. Vor kurzem hat er auch mit Kraftaufbau an Trainingsgeräten angefangen. Dann wird hoffentlich alles irgendwann wieder wie vor der Knie-OP sein.\n\nDurch den Kreuzbandriss hat sich auch unser geplanter **Wechsel des Hämophilie-Zentrums** etwas verschoben, aber das schreibe ich Euch in einem neuen Blog-Beitrag.\n\n**Hast Du Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann schreibe uns gerne eine E-Mail über das [Kontaktformular](/kontakt/ \"Kontaktformular\"). Wir melden uns schnellstmöglich zurück.**\n\nM-DE-00017658\n\n## Mein Sohn mit Hämophilie A hat einen Unfall\n\n---\n\n**Diese Eis-Freestyler besuchen sich gegenseitig in ganz Deutschland.** Somit wurden wir eines Tages vom Pupertier gefragt, ob er mit seinen Kumpels aus der Eishalle zu einem Treffen bei einem befreundeten Freestyle-Club, der 250 km von uns zu Hause entfernt ist, gehen darf. Ich fragte ihn: „Wie kommt ihr denn da hin?“. Als Antwort kam, *„Zuerst fahren wir ein Stück mit dem Zug und den Rest fahren wir mit dem Bus“*. Ich ging von einem Linienbus aus … Vorher haben wir noch ganz klar abgesprochen, dass die Hämophilie-Medikamente mit müssen, auch wenn es uncool ist.\n\n## **Teenager mit Hämophilie allein unterwegs**\n\n**Also ging er an dem besagten Tag los.** Wir hatten den ganzen Tag über per Handy immer mal wieder kurz Kontakt, ob alles okay ist. Gegen Abend kam dann die Nachricht, sie hätten den Nachhauseweg angetreten. Erleichterung für mich. Dann kam noch eine Nachricht. *„Ich bin in circa 2 Stunden zu Hause, wir sind gerade noch in einem Schnellrestaurant und essen kurz was“*. Ich war an diesem Abend mit meinen Mädels im Theaterhaus. Die Vorstellung ging los und ich war ganz beruhigt, da ja alles gut zu sein schien. Mein Handy war dort natürlich auf lautlos gestellt. Irgendwann, warum auch immer, ich nenne es Mutterinstinkt, sah ich auf mein Handy. Ein paar Anrufe von meinem Sohn. Ich schrieb ihm eine Nachricht, aber es kam nichts zurück.\n\n## **Die Polizei ruft an**\n\n**Ich verließ den Theatersaal.** Als ich gerade draußen war, rief eine unbekannte Nummer an. Es war die Polizei. Sie erzählten mir, dass mein Sohn als Beifahrer eines VW Busses einen Unfall hatte, es ihm aber soweit ganz gut ginge. Da er über Schmerzen im Nackenbereich klagte, würde er vorsichtshalber gerade mit dem Krankenwagen in eine Klinik gefahren. Ich wollte gerade nach dem Medikament fragen, als der Polizist sagte: *„Das Medikament ist bei Ihrem Sohn!“* Puh, dachte ich, mein Sohn denkt mit!\n\n## **Auf ins Krankenhaus**\n\n**Ich rief meinen Mann an, der von da an den Rest regelte.** Mein Mann hatte in der Zwischenzeit von mir den Namen der Klinik bekommen und fuhr sofort dort hin. Unser Sohn war noch in der Klinik, aber nicht über sein Handy erreichbar. Also fragte mein Mann am Empfang, ob sie ihm sagen könnten, wo er sich gerade befand. Der müsse noch in der Notaufnahme sein, war die Antwort. Als mein Mann dort ankam, war unser Sohn gerade fertig mit den Untersuchungen. Der Arzt sagte, sie hätten nichts gefunden, er könne ihn direkt mit nach Hause nehmen.\n\nAlso gingen sie zum Auto. Im Gespräch kam zum Vorschein, dass der Arzt die [**Hämophilie A**](/was-ist-haemophilie/) abgetan hatte, als nicht relevant bei einem Unfall. [**Das Hämophilie-Medikament**](/was-ist-haemophilie/#therapie-der-haemophilie) wollte er nicht einmal anschauen. Mein Mann reagierte völlig richtig und sagte, dann spritzen wir jetzt sofort hier im Auto.\n\n## **Guter Rat für die Zukunft**\n\n**Am nächsten Tag habe ich in unserem Hämophilie-Zentrum angerufen und über den Vorfall berichtet.** Nach langem Hin und Her sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass ja schon Erwachsene Respekt vor einem Arzt haben, wie muss es dann erst Jugendlichen gehen? Jedenfalls haben wir unserem Sohn Folgendes mitgegeben: Wenn er noch einmal in so eine Situation kommt und der Arzt auf die Mitteilung, dass er Hämophilie A habe nicht reagiert und es als „nichts“ abtut, dann soll er in Zukunft sagen, er soll bitte über die **24-Stunden-Hotline im Hämophilie-Zentrum** anrufen und die erforderlichen Maßnahmen direkt dort besprechen. Uns ist wieder mal bewusst geworden, dass ein „normaler Arzt“ sehr selten mit der Hämophilie zu tun hat und deshalb darf man sich da nicht einfach abspeisen lassen. Ich würde Euch in jedem Alter raten, bei Problemen mit „überforderten“ Ärzten immer mit dem Hämophilie-Zentrum Kontakt aufzunehmen.\n\n**Hast Du Fragen, Anregungen oder Kritik?** Dann schreibe uns gerne eine E-Mail über das [**Kontaktformular**](/kontakt/). Wir melden uns schnellstmöglich zurück.\n\nM-DE-00006265",
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