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Ich meine, allein schon das Wort „Konduktorin“ – noch nie was davon gehört. Klingt etwas wie Konditor.</p>\n<h2>Grundloses heftiges Nasenbluten mitten in der Nacht</h2>\n<p><a href=\"/kind-mit-schwerer-haemophilie/\" title=\"Marcels erster Beitrag\">2019 kam unser Sohn zur Welt</a> – ab da waren wir endlich schlau. Aber fangen wir mal viel weiter vorne an und gehen zurück in die Jahre 2006 bis 2018. Meine Frau bekam des Öfteren <strong>heftiges </strong><a href=\"/nasenbluten-bei-haemophilie-a/\" title=\"Nasenbluten bei Hämophilie\"><strong>Nasenbluten</strong></a> – einfach so von einem Moment auf den anderen. Vor einigen Jahren – das vergesse ich niemals – fing ihr mitten in der Nacht im Bett die Nase an zu bluten. Unser Schlafzimmer glich innerhalb kürzester Zeit einem Tatort!</p>\n<p>Von da an hatte ich so ein Gefühl wie <strong>„das ist nicht normal“!</strong> Ich wurde immer ganz nervös, wenn ihr das Blut einfach aus der Nase lief und es nicht aufhörte. Schließlich musste ich doch meiner steinzeitlich festgelegten Rolle als Beschützer der Nesthüterin nachkommen. Aber während meine Frau ganz lässig am Waschbecken anlehnte und sich entspannt ausbluten ließ, holte sie mich an der Stelle mit dem Satz „Schatz, behalt mal die Nerven“ wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.</p>\n<p>Der HNO-Arzt kam nach einigen nasalen Untersuchungen und Veröden dann auch zum Standardergebnis: Eigentlich alles gut.</p>\n<h2>Erst als wir ein Kind erwarteten, wurde uns einiges klarer</h2>\n<p>Wir wussten zwar, dass meine Frau Konduktorin ist, uns war zu dem Zeitpunkt aber überhaupt nicht klar, was das eigentlich bedeutet. Die Erkenntnisse kamen erst, als wir im April 2019 erfuhren, dass wir ein Kind bekommen werden – ungeplant. Wir lernten, dass meine Frau ihren <strong>Gendefekt </strong><a href=\"/vererbung-der-haemophilie-a/\" title=\"Vererbung der Hämophilie\"><strong>weitervererben</strong></a> kann und die Chance groß ist, ein Kind mit <strong>schwerer Hämophilie</strong> zu bekommen.</p>\n<p>Wir vereinbarten Termine mit der Humangenetik unseres Krankenhauses und ließen uns <a href=\"/wie-wird-haemophilie-diagnostiziert/\" title=\"Diagnose der Hämophilie\">aufklären</a>, was genau der Gendefekt bedeutet und wie hoch die Chancen sind, dass unser Kind die Erkrankung nicht geerbt hat. Nach vielen Untersuchungen und Gesprächen mit Hämophilie-Spezialisten war klar – <strong>unser Sohn wird schwere Hämophilie haben</strong>.</p>\n<h2>Dank stetig verbesserter Therapien führen wir ein relativ sorgenfreies Leben</h2>\n<p>An dieser Stelle ist es sehr wichtig zu erwähnen, dass unser Sohn das <strong>größte Geschenk</strong> ist 😊 und wir akzeptiert haben, dass seine Erkrankung ein fester Bestandteil von ihm und somit auch von uns ist. Durch die stetig fortschreitenden Forschungsergebnisse bei den diversen Therapien rund um die Hämophilie, führen wir derzeit ein relativ sorgenfreies Leben mit nur wenigen bis keinen Einschränkungen.</p>\n<p>Mittlerweile haben wir unsere <strong>Erfahrungen gesammelt</strong>, und es ergibt sich für uns ein entspannterer Blick auf die Hämophilie. Aber die Zeit davor war nicht einfach. Wir hatten nach der Diagnose irgendwie auch Gewissensbisse: Wie konnte das passieren, wo wir doch im Vorfeld wussten, dass die Gefahr einer Weitergabe der Hämophilie besteht? Ich glaube gerade für Konduktorinnen (in dem Fall für die Mütter) ist dies ein sehr sensibler Punkt.</p>\n<h2>Viele Konduktorinnen leiden unter häufigem Nasenbluten oder starken blauen Flecken</h2>\n<p>Nach der Geburt unseres Sohnes waren wir stetig in Kontakt mit Spezialisten und <a href=\"/active-a-team/\" title=\"Das Active A Team\">anderen Betroffenen</a> – und dabei kam öfter die Frage an meine Frau, ob sie keine Probleme mit <a href=\"/blutgerinnungsstoerung-haemophilie-a/\" title=\"Blutgerinnungsstörung\">Blutungserscheinungen</a> hätte. Der Austausch mit <a href=\"/frau-mit-gerinnungsstoerung/\" title=\"Frauen mit Gerinnungsstörung\">anderen Konduktorinnen</a> ließ sie hellhörig werden und sie erkannte Parallelen zu ihren starken Blutungsneigungen (in ihrem Fall häufiges starkes Nasenbluten). 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Ich freue mich auf die Erfahrung und Sichtweisen von anderen Konduktorinnen und hoffe, auch hier noch andere Berichte zu dem Thema lesen zu können.</p>\n<p><strong>Quelle:</strong><br/><a href=\"https://www.dhg.de/leben-mit-blutungserkrankungen/infos-fuer-konduktorinnen.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">https://www.dhg.de/leben-mit-blutungserkrankungen/infos-fuer-konduktorinnen.html</a></p>\n<p><strong>Hast Du Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann schreibe uns gerne eine E-Mail über das <a href=\"/kontakt/\">Kontaktformular</a>. Wir melden uns schnellstmöglich zurück.</strong></p>\n<p>M-DE-00015756</p>",
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Studien haben gezeigt, dass sogar Frauen mit einem Faktorspiegel von noch 60 Prozent[1] schon zu starken Blutungen neigen können.\n\nMeine Frau ist derzeit 35 Jahre alt und war bis vor der Geburt unseres Sohnes vor 3 Jahren ziemlich **ahnungslos** – genau wie ich – und wusste nicht, was es heißt, Konduktorin zu sein. Ich meine, allein schon das Wort „Konduktorin“ – noch nie was davon gehört. Klingt etwas wie Konditor.\n\n## Grundloses heftiges Nasenbluten mitten in der Nacht\n\n[2019 kam unser Sohn zur Welt](/kind-mit-schwerer-haemophilie/ \"Marcels erster Beitrag\") – ab da waren wir endlich schlau. Aber fangen wir mal viel weiter vorne an und gehen zurück in die Jahre 2006 bis 2018. Meine Frau bekam des Öfteren **heftiges** [**Nasenbluten**](/nasenbluten-bei-haemophilie-a/ \"Nasenbluten bei Hämophilie\") – einfach so von einem Moment auf den anderen. Vor einigen Jahren – das vergesse ich niemals – fing ihr mitten in der Nacht im Bett die Nase an zu bluten. Unser Schlafzimmer glich innerhalb kürzester Zeit einem Tatort!\n\nVon da an hatte ich so ein Gefühl wie **„das ist nicht normal“!** Ich wurde immer ganz nervös, wenn ihr das Blut einfach aus der Nase lief und es nicht aufhörte. Schließlich musste ich doch meiner steinzeitlich festgelegten Rolle als Beschützer der Nesthüterin nachkommen. Aber während meine Frau ganz lässig am Waschbecken anlehnte und sich entspannt ausbluten ließ, holte sie mich an der Stelle mit dem Satz „Schatz, behalt mal die Nerven“ wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.\n\nDer HNO-Arzt kam nach einigen nasalen Untersuchungen und Veröden dann auch zum Standardergebnis: Eigentlich alles gut.\n\n## Erst als wir ein Kind erwarteten, wurde uns einiges klarer\n\nWir wussten zwar, dass meine Frau Konduktorin ist, uns war zu dem Zeitpunkt aber überhaupt nicht klar, was das eigentlich bedeutet. Die Erkenntnisse kamen erst, als wir im April 2019 erfuhren, dass wir ein Kind bekommen werden – ungeplant. Wir lernten, dass meine Frau ihren **Gendefekt** [**weitervererben**](/vererbung-der-haemophilie-a/ \"Vererbung der Hämophilie\") kann und die Chance groß ist, ein Kind mit **schwerer Hämophilie** zu bekommen.\n\nWir vereinbarten Termine mit der Humangenetik unseres Krankenhauses und ließen uns [aufklären](/wie-wird-haemophilie-diagnostiziert/ \"Diagnose der Hämophilie\"), was genau der Gendefekt bedeutet und wie hoch die Chancen sind, dass unser Kind die Erkrankung nicht geerbt hat. Nach vielen Untersuchungen und Gesprächen mit Hämophilie-Spezialisten war klar – **unser Sohn wird schwere Hämophilie haben**.\n\n## Dank stetig verbesserter Therapien führen wir ein relativ sorgenfreies Leben\n\nAn dieser Stelle ist es sehr wichtig zu erwähnen, dass unser Sohn das **größte Geschenk** ist 😊 und wir akzeptiert haben, dass seine Erkrankung ein fester Bestandteil von ihm und somit auch von uns ist. Durch die stetig fortschreitenden Forschungsergebnisse bei den diversen Therapien rund um die Hämophilie, führen wir derzeit ein relativ sorgenfreies Leben mit nur wenigen bis keinen Einschränkungen.\n\nMittlerweile haben wir unsere **Erfahrungen gesammelt**, und es ergibt sich für uns ein entspannterer Blick auf die Hämophilie. Aber die Zeit davor war nicht einfach. Wir hatten nach der Diagnose irgendwie auch Gewissensbisse: Wie konnte das passieren, wo wir doch im Vorfeld wussten, dass die Gefahr einer Weitergabe der Hämophilie besteht? Ich glaube gerade für Konduktorinnen (in dem Fall für die Mütter) ist dies ein sehr sensibler Punkt.\n\n## Viele Konduktorinnen leiden unter häufigem Nasenbluten oder starken blauen Flecken\n\nNach der Geburt unseres Sohnes waren wir stetig in Kontakt mit Spezialisten und [anderen Betroffenen](/active-a-team/ \"Das Active A Team\") – und dabei kam öfter die Frage an meine Frau, ob sie keine Probleme mit [Blutungserscheinungen](/blutgerinnungsstoerung-haemophilie-a/ \"Blutgerinnungsstörung\") hätte. Der Austausch mit [anderen Konduktorinnen](/frau-mit-gerinnungsstoerung/ \"Frauen mit Gerinnungsstörung\") ließ sie hellhörig werden und sie erkannte Parallelen zu ihren starken Blutungsneigungen (in ihrem Fall häufiges starkes Nasenbluten). Ebenfalls bekommt meine Frau schnell **Hämatome**, die relativ lange brauchen, bis sie wieder verheilt sind. Sie hatte das nie auf den **Gendefekt** zurückgeführt. Ich schrieb ja bereits, durch unseren Sohn sind und werden wir schlauer im Leben.\n\n## Der Austausch mit anderen Betroffenen war sehr hilfreich\n\nBei uns steht demnächst die **Untersuchung bezüglich der Faktorwerte** meiner Frau an. Wir können jeder Konduktorin nur empfehlen, sich untersuchen zu lassen. Manchmal ergibt – wie in unserem Fall – die starke Blutungsneigung einen Sinn. Bei anderen Konduktorinnen zeigt sie sich übrigens im gynäkologischen Bereich. Der Austausch mit Betroffenen zeigte uns, dass man hier mit der **Faktorbestimmung Klarheit schaffen** und die **Blutungsprobleme schließlich in den Griff bekommen** kann.\n\nIch hoffe, wir konnten Euch einen Einblick in das Thema geben. Ich freue mich auf die Erfahrung und Sichtweisen von anderen Konduktorinnen und hoffe, auch hier noch andere Berichte zu dem Thema lesen zu können.\n\n**Quelle:**  \n<https://www.dhg.de/leben-mit-blutungserkrankungen/infos-fuer-konduktorinnen.html>\n\n**Hast Du Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann schreibe uns gerne eine E-Mail über das [Kontaktformular](/kontakt/). Wir melden uns schnellstmöglich zurück.**\n\nM-DE-00015756",
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