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> **Korrektur:** Die beiden Reviewer-Kommentare widersprechen sich; der spätere Kommentar (09:13) fordert das Ergänzen des Tooltips und wird als aktueller gewertet. 'Hämophilie A' wurde mit einem fw-term-Span (data-fw, data-tip, title) versehen, konsistent mit den weiteren Tooltips im Artikel.

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Erstellt: 2022 | 
Zuletzt aktualisiert: 09/2026
 | Medizinisch geprüft: Autor

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Neue H1 — Version 1
Was ist Blutgerinnung und was ist bei Hämophilie A anders?
Neue H1 — Version 2
Wie funktioniert die Blutgerinnung und was stört sie bei Hämophilie A?

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Die Blutgerinnung (Fachwort Hämostase) ist die Antwort des Körpers auf eine Verletzung. In zwei Schritten verschließen zuerst die Blutplättchen (Thrombozyten) die Wunde. Anschließend stabilisiert ein Netz aus dem Eiweiß 
Fibrin
 den Verschluss. Bei 
Hämophilie A
 gelingt der erste Schritt wie gewohnt. Der zweite Schritt bleibt jedoch unvollständig, weil der Gerinnungsfaktor VIII fehlt oder nur in zu geringer Menge vorhanden ist. Die Wunde verschließt sich deshalb langsamer, und Blutungen halten länger an.

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Auf dieser Seite
Was ist Blutgerinnung und warum ist sie bei Hämophilie A lebenswichtig?
Woraus besteht unser Blut?
Wie läuft die primäre Blutstillung bei Hämophilie A ab?
Wie funktioniert diesekundäre Hämostasemit den Gerinnungsfaktoren?
Was läuft bei Hämophilie A in der Blutgerinnung anders?
Welche Laborwerte zeigen eine Gerinnungsstörung bei Hämophilie A?
Welche Verhaltensregeln schützen bei Hämophilie A im Alltag?

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Das Wichtigste in Kürze
Die Blutgerinnung schützt den Körper vor 
Blutverlust
, bei 
Hämophilie A
 läuft sie nur unvollständig ab.
Unser Blut besteht aus 
Blutplasma
 und drei 
Zelltypen
, die 
Blutplättchen (Thrombozyten)
 übernehmen den ersten Wundverschluss.
Die Blutgerinnung läuft in 
zwei Phasen
 ab: zuerst die schnelle Blutstillung, danach die stabile Fibrin-Vernetzung.
Bis zum ersten Wundverschluss funktioniert die Blutgerinnung 
auch bei Hämophilie A
 normal, erst im zweiten Schritt entsteht die Lücke.
Bei Hämophilie A bildet sich das 
Fibrin
 verzögert, dadurch wird das Gerinnsel 
vorzeitig wieder aufgelöst
, was die Blutungsneigung zusätzlich erhöht.
1
Bei Hämophilie A ist die 
aPTT
 im Labor typischerweise verlängert, während Quick-Wert und 
Thrombozytenzahl
 normal bleiben, ein wichtiger Hinweis für die 
Diagnose
.
2
Bei Hämophilie A ist die 
erste Blutstillung
 nicht gestört, die Blutplättchen arbeiten normal; nur die stabile Fibrin-Vernetzung im zweiten Schritt gelingt unvollständig.

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Was ist Blutgerinnung und warum ist sie bei Hämophilie A lebenswichtig?

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Die Blutgerinnung ist einer der wichtigsten Schutzmechanismen des Körpers. Sie sorgt dafür, dass sich eine Wunde schnell verschließt. So können junge Gewebszellen die Wundfläche abdecken und das Gewebe wieder aufbauen, ohne funktionierende Blutgerinnung ist eine Wundheilung nicht möglich.
3
 Gleichzeitig hält der Körper das Blut in gesunden Gefäßen flüssig und verhindert Gerinnsel, die dort nichts zu suchen haben. Dieses Gleichgewicht stimmt der Körper Tag für Tag fein ab.
1
 Bei 
Hämophilie A
 ist genau dieses Gleichgewicht verschoben. Der erste, schnelle Verschluss klappt. Der zweite, stabilisierende Schritt läuft jedoch verzögert ab.

> **Rev. AGe · 26-07-23 09:12:** Lösche den Tooltip bei Hämophilie A.
> **Rev. AGe · 26-07-23 09:13:** Ergänze den Tooltip bei Hämophilie A.

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Was passiert Schritt für Schritt bei einer Verletzung?

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Damit die Blutgerinnung nach einer Verletzung sicher gelingt, spielt der Körper eine fein abgestimmte Kette von Schritten nacheinander ab. Für Menschen mit Hämophilie A lohnt sich ein Blick auf diese Reihenfolge. Denn genau an einer Stelle in der Kette wird der Ablauf bei Hämophilie A unterbrochen.

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Die Gerinnung des Blutes findet nach einer Verletzung statt. Sie dient dazu, Blutungen zu stillen und den Blutverlust möglichst gering zu halten. Um eine Wunde wieder zu verschließen, laufen im Körper verschiedene Schritte nacheinander ab. Der Fachausdruck für Blutgerinnung ist 
Hämostase
 (Blutstillung)
.

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Die Hämostase lässt sich in 
zwei Phasen
 einteilen: die 
primäre
 und die 
sekundäre
 Hämostase
.
4

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Woraus besteht unser Blut?

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Bevor der Ablauf der Blutgerinnung im Detail beschrieben wird, ein kurzer Blick auf das Blut selbst. Welche Bestandteile sind eigentlich unterwegs? Und welche davon spielen bei einer Wunde die Hauptrolle? Für Menschen mit 
Hämophilie A
 ist besonders eine Zellart entscheidend.

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Unser Blut besteht aus Blutplasma und verschiedenen 
Zelltypen
. Zu diesen Zellen gehören die roten und weißen Blutkörperchen sowie die Blutplättchen. Während die 
roten
 
Blutkörperchen (Erythrozyten)
 für den Sauerstofftransport und die 
weißen Blutkörperchen (Leukozyten)
 für die Immunabwehr wichtig sind, spielen die 
Blutplättchen (Thrombozyten)
 bei der Blutgerinnung und beim Wundverschluss eine wichtige Rolle.
3

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Schematische Darstellung eines Blutgefäßes mit seinen Bestandteilen: Plasma, rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen.

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Welche Rolle spielen die Blutplättchen bei Hämophilie A?

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Neben den roten und weißen Blutkörperchen gibt es eine dritte Zellart im Blut: die Blutplättchen (Thrombozyten). Sobald eine Wunde entsteht, heften sie sich an die Wundoberfläche und leiten den Verschluss ein. An ihrer Oberfläche und an den Wundflächen bildet sich später das netzförmige 
Fibrin
, das die Wundflächen verklebt.
1
 Für Menschen mit Hämophilie A ist wichtig zu wissen: Die Blutplättchen selbst funktionieren ganz normal. Der erste, schnelle Verschluss durch die Blutplättchen läuft wie bei allen anderen ab. Die Lücke bei Hämophilie A entsteht erst im zweiten Schritt, wenn sich das stabilisierende Fibrin-Netz bilden soll.

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Wie läuft die primäre Blutstillung bei Hämophilie A ab?

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Die primäre Blutstillung ist die erste Reaktion des Körpers auf eine Verletzung. Sie beginnt innerhalb von Sekunden. Für Menschen mit 
Hämophilie A
 ist es beruhigend zu wissen: Genau dieser Abschnitt der Blutgerinnung funktioniert normal. Erst der stabile Verschluss danach ist bei Hämophilie A verzögert. Wie die primäre Blutstillung Schritt für Schritt abläuft und welche Zellen und Eiweiße dabei mitspielen, zeigen die folgenden Abschnitte.

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Wie entsteht der erste Wundverschluss?

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Die 
primäre 
Hämostase
 (Blutstillung)
 sorgt für eine sofortige Blutstillung nach einer Verletzung: Das geschädigte 
Blutgefäß verengt
 sich innerhalb von Sekunden (Vasokonstriktion), damit wir über die Wunde möglichst wenig Blut verlieren. Zusätzlich heften sich die 
Thrombozyten
 an die verletzte Stelle der Blutgefäßwand. Sie verkleben untereinander (Aggregation), bilden einen Pfropf (Thrombus) und sorgen so für den 
ersten Verschluss der Wunde
. An diesem Prozess sind zum Beispiel der 
Von-Willebrand-Faktor
 und 
Kollagen
 beteiligt. Dieser Thrombus wird auch 
„weißer Thrombus“
 genannt, da er hauptsächlich aus den farblosen Blutplättchen besteht. Er ist jedoch noch nicht stabil genug, um die Blutung dauerhaft zu stoppen. 
Bis zu diesem Schritt funktioniert die Blutgerinnung auch bei Menschen mit 
Hämophilie
.
4

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Wie unterscheidet sich eine Thrombose vom normalen Wundverschluss?

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Bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) aus Blutplättchen in einem Blutgefäß, ohne dass eine Blutung vorliegt, kann es zu einer 
Thrombose
 kommen. Thrombosen können mit gerinnungshemmenden Medikamenten behandelt werden.
4

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Für Menschen mit Hämophilie A ist diese Abgrenzung besonders anschaulich. Bei einer Thrombose entsteht ein Gerinnsel 
ohne
 Verletzung im Gefäß, die Gerinnung ist hier zu aktiv. Bei Hämophilie A ist es umgekehrt: Nach einer Verletzung entsteht das stabile Gerinnsel verzögert. Beide Zustände zeigen, wie fein der Körper zwischen zu wenig und zu viel Gerinnung austarieren muss.
1

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Wie funktioniert die
 sekundäre Hämostase 
mit den Gerinnungsfaktoren?

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Der erste Wundverschluss durch die Blutplättchen ist wichtig, hält aber noch nicht dauerhaft. Damit die Wunde stabil verschlossen bleibt, folgt ein zweiter Schritt, die 
sekundäre
 
Hämostase
 (Blutstillung). Dabei wird eine Kette aus Eiweißen aktiviert, die Gerinnungsfaktoren heißen. Sie müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammenspielen, damit der Verschluss hält.
3
 Genau in diesem Schritt zeigt sich 
Hämophilie A
: Ein wichtiger Baustein, der Gerinnungsfaktor VIII, fehlt oder liegt in zu geringer Menge vor.

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Wie funktioniert die Gerinnungskaskade?

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Die 
Gerinnungskaskade
 ist eine geordnete Abfolge von Reaktionen. Ein Faktor aktiviert den nächsten, wie in einer sorgfältig aufgestellten Dominokette. Am Ende steht das stabile Fibrin-Netz.

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Die sekundäre Hämostase wird auch 
plasmatische
 Gerinnung genannt. Nach der Bildung des weißen 
Thrombus
 sorgt sie für die Bildung eines stabilen Wundverschlusses. Dafür wird die 
Gerinnungskaskade
 aktiviert: Bestimmte Eiweiße aus der Leber, die sogenannten 
Gerinnungsfaktoren
, sorgen innerhalb weniger Minuten für die weitere Reparatur der Wunde.
5

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Wie entsteht der stabile rote Thrombus aus Fibrin?

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Für die Gerinnung läuft eine 
komplizierte Reaktionskette
 ab, bei der die unterschiedlichen Gerinnungsfaktoren nacheinander in einer bestimmten Reihenfolge aktiviert werden – ein Faktor aktiviert den nächsten Faktor. Am Ende der Gerinnungskaskade stehen die Faktoren I und II. Gerinnungsfaktor II ist in der aktivierten Form das sogenannte 
Thrombin
, das den Gerinnungsfaktor I (Fibrinogen) aktiviert. Fibrinogen wird zu 
Fibrin
 aktiviert, das ein Eiweiß ist, dass sich netzartig um die Ansammlung von 
Thrombozyten
 legt und so den Thrombus stabilisiert. Am Schluss sorgt ein stabiler 
„roter Thrombus“
 aus Thrombozyten, 
Erythrozyten
 (rotes Blutkörperchen) und 
Leukozyten
 sowie Fibrin für die Abdichtung der Wunde. Der Name 
„roter Thrombus“ 
kommt von den roten Blutkörperchen, die in ihm enthalten sind.
5

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Die Blutstillung bei einer kleinen Wunde dauert normalerweise 
nur wenige
 Minuten.

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Drei Phasen der Hämostase: offene Wunde, weißer Thrombus aus Thrombozyten und roter Thrombus durch Gerinnungsfaktoren.

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Was läuft bei Hämophilie A in der Blutgerinnung anders?

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Bei Menschen mit 
Hämophilie A
 fehlt der Gerinnungsfaktor VIII oder ist zu wenig vorhanden und bei der 
Hämophilie B
 
der 
Faktor IX
.
3
 Fehlt ein Faktor – egal welcher – oder ist er nicht ausreichend vorhanden, kann die Gerinnung nicht vollständig ablaufen. In diesen Fällen liegt dann eine Gerinnungsstörung vor. Es gibt auch noch weitere Blutgerinnungsstörungen, wie zum Beispiel das 
Von-Willebrand-Syndrom
, bei dem der 
Von-Willebrand-Faktor
 nicht ausreichend vorhanden oder in seiner Funktion beeinträchtigt ist.

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Warum wird das Gerinnsel bei Hämophilie A schneller wieder aufgelöst?

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Ein oft übersehener Aspekt bei Hämophilie A: Weil das 
Fibrin
 verzögert gebildet wird, wird das Gerinnsel nicht dauerhaft verstärkt und vorzeitig wieder aufgelöst. Die Blutungsbereitschaft ist dadurch zusätzlich erhöht.
1
 Eine herabgesetzte Blutgerinnung führt zu einer erhöhten Blutungsneigung und teilweise zu einer verlängerten Blutungszeit nach einer Verletzung.
3
 Für Menschen mit Hämophilie A bedeutet das: Nicht die erste Wundabdeckung ist der wunde Punkt, sondern die Haltbarkeit des Verschlusses. Genau dort setzen moderne Behandlungen an. Sie unterstützen den zweiten Schritt der Gerinnung, damit ein stabiles Fibrin-Netz entstehen und halten kann.

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Welche Laborwerte zeigen eine Gerinnungsstörung bei Hämophilie A?

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Bei Verdacht auf eine Blutungsneigung schaut das Behandlungsteam zunächst auf drei Basiswerte: die 
Thrombozytenzahl
, den 
Quick-Wert bzw. INR
 und die 
aPTT
 (aktivierte partielle Thromboplastinzeit).
2
 Diese drei Werte grenzen ein, wo im Gerinnungssystem die Ursache liegen könnte. Weichen sie vom Normalbereich ab, folgen gezielte Tests der einzelnen Gerinnungsfaktoren. So lässt sich die genaue Ursache bestimmen, bei 
Hämophilie A
 ist das die Aktivität des Faktors VIII.

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Warum ist die aPTT bei Hämophilie A verlängert?

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Die Faktoren VIII und IX gehören zum sogenannten 
intrinsischen
 Gerinnungssystem. Bei Menschen mit Hämophilie A oder B ist deshalb typischerweise 
allein die aPTT verlängert
, während Quick-Wert und Thrombozytenzahl im Normalbereich bleiben.
6
 Dieses Muster ist ein wichtiger Hinweis für Ärztin oder Arzt. Es lenkt die weitere Suche gezielt auf die Aktivität von 
Faktor VIII
 oder 
Faktor IX
. Für Menschen mit Hämophilie A bedeutet das: Eine einzelne verlängerte aPTT ist ein Puzzleteil auf dem Weg zur klaren 
Diagnose
. Und eine klare Diagnose ist die beste Grundlage für eine passende Behandlung.

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Welche Verhaltensregeln schützen bei Hämophilie A im Alltag?

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Für einen möglichst unbeschwerten Alltag und eine gute Lebensqualität sind einige Punkte wichtig, sowohl für Menschen mit 
Hämophilie A
 selbst als auch für Angehörige und das soziale Umfeld.
3
 Wer die Alltagsrisiken gut einschätzen kann und sich regelmäßig mit dem Hämophilie-Zentrum abstimmt, gestaltet den Alltag selbstbewusst und sicher.
2
 Zwei Fragen tauchen im Alltag besonders häufig auf: Schmerzmittel und sportliche Aktivität. Dazu gibt es klare Antworten aus der Fachwelt.

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Welche Schmerzmittel sind mit Vorsicht zu verwenden?

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Manche Schmerzmittel wirken zusätzlich auf die Blutgerinnung. Vor allem Präparate mit dem Wirkstoff 
Acetylsalicylsäure
 sollten Menschen mit Hämophilie A meiden. Sie hemmen die Funktion der Blutplättchen zusätzlich. Deshalb lohnt es sich, vor jeder Einnahme den Beipackzettel auf die Inhaltsstoffe zu prüfen.
3
 Am sichersten ist es, jede Schmerzmittel-Frage einmal mit dem Hämophilie-Zentrum abzustimmen. Dort weiß das Behandlungsteam, welche Alternativen gut geeignet sind und welche Wirkstoffe besser vermieden werden sollten.

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Wie hilft Sport bei Hämophilie A?

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Sport ist bei Hämophilie A ausdrücklich erwünscht, abgesehen von ausgesprochenen Risikosportarten. Ein gut ausgebildeter Muskelmantel und eine gute Koordination tragen aktiv dazu bei, Blutungen vorzubeugen.
1
 Vor dem Einstieg in eine neue Sportart ist eine Abstimmung mit dem Hämophilie-Zentrum sinnvoll. So passt die Belastung gut zum individuellen Verlauf.
7
 Bei regelmäßigem Sport empfiehlt sich zusätzlich eine vorbeugende Behandlung mit engmaschiger Begleitung durch das Behandlungsteam. Die genaue Umsetzung wird individuell festgelegt.
7

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Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Blutstillung und Blutgerinnung?
Umgangssprachlich meint man mit 
Blutstillung
 häufig den schnellen, ersten Verschluss durch die Blutplättchen, also die primäre 
Hämostase
 (Blutstillung). 
Blutgerinnung
 im engeren Sinne beschreibt den zweiten Schritt: die stabile Fibrin-Vernetzung. Das Fachwort für den gesamten Vorgang ist Hämostase; er läuft in zwei Phasen ab. Bei Hämophilie A ist der erste Schritt normal, betroffen ist der zweite.
Wie lange dauert eine normale Blutstillung bei einer kleinen Wunde?
In der Regel dauert die Blutstillung bei einer kleinen Wunde nur wenige Minuten. Bei Menschen mit Hämophilie A kann die Blutung länger anhalten oder nach einer scheinbaren Ruhephase erneut einsetzen, weil sich das Gerinnsel wegen des fehlenden Faktors VIII vorzeitig wieder auflösen kann.
1
 Das Hämophilie-Zentrum bespricht individuell, wie im Alltag am besten reagiert wird.
Was ist der Unterschied zwischen einem weißen und einem roten 
Thrombus
?
Der 
weiße Thrombus
 entsteht als Erstes: Er besteht überwiegend aus den farblosen Blutplättchen und sorgt für den schnellen ersten Wundverschluss. Der 
rote Thrombus
 folgt danach und ist stabiler, er enthält zusätzlich rote und weiße Blutkörperchen sowie das netzartige Eiweiß 
Fibrin
. Bei Hämophilie A wird der weiße Thrombus normal gebildet; der Übergang zum stabilen roten Thrombus verläuft jedoch verzögert.
Wie unterscheidet sich das 
Von-Willebrand-Syndrom
 von der Hämophilie A?
Beim 
Von-Willebrand-Syndrom
 ist der 
Von-Willebrand-Faktor
 entweder in zu geringer Menge vorhanden oder in seiner Funktion beeinträchtigt, dieser Faktor ist vor allem am ersten, schnellen Wundverschluss durch die Blutplättchen beteiligt. Bei 
Hämophilie A
 dagegen fehlt der Gerinnungsfaktor VIII, der erst im zweiten Schritt der Gerinnung wichtig wird. Beide gehören zu den Blutgerinnungsstörungen, unterscheiden sich aber in dem Baustein, der fehlt oder eingeschränkt ist.

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Fazit
Die Blutgerinnung ist ein beeindruckendes Zusammenspiel aus Blutplättchen, Gerinnungsfaktoren und Fibrin, ein 
fein abgestimmtes System
, das jede Sekunde im Körper arbeitet. Bei Hämophilie A ist ein einziges Puzzleteil verändert: der 
Gerinnungsfaktor VIII
. Der schnelle erste Verschluss klappt wie bei allen anderen; nur der zweite, stabilisierende Schritt braucht Unterstützung.
Diese Unterstützung ist heute gut möglich. Mit einer 
vorbeugenden Behandlung
 im Hämophilie-Zentrum lässt sich das fehlende Puzzleteil so ergänzen, dass Wunden zuverlässig verschließen und der Alltag mit viel Bewegungsfreiheit gelingt. Regelmäßige Kontrollen und der offene Austausch mit dem 
Behandlungsteam
 sind dabei die beste Grundlage.

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Bei Fragen rund um das Leben mit Hämophilie A hilft das 
Kontaktformular
 weiter.

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Quellen
Barthels M, Wermes C, Voerkel W. Hämophilie. Hamburg: Deutsche Hämophiliegesellschaft zur Bekämpfung von Blutungskrankheiten e.V.; 2015.
Srivastava A, Santagostino E, Dougall A, Kitchen S, Sutherland M, Pipe SW, et al. WFH guidelines for the management of hemophilia, 3rd edition. Haemophilia. 2020. doi:10.1111/hae.14046
Tallen G. Hämophilie ("Bluterkrankheit") – Hämophilie A und B [Internet]. Kompetenznetz Pädiatrische Onkologie und Hämatologie; 2014 [zitiert 2014 Jan 31]. Verfügbar unter: https://www.kinderblutkrankheiten.de/erkrankungen/gerinnungsstoerungen/haemophilie/
Deutsche Hämophiliegesellschaft e.V. (DHG). Blut verbindet alle [Internet]
 [Internet]. [zuletzt abgerufen: 21.07.2026]
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Blutgerinnung [Internet]
 [Internet]. [zuletzt abgerufen: 21.07.2026]
Scherer R. Anästhesie bei Patienten mit Störungen der Blutgerinnung. In: Rossaint R, et al., editors. Die Anästhesiologie. Berlin: Springer; 2016. doi:10.1007/978-3-662-45539-5_109-1
Howell C, Scott K, Patel DR. Sports participation recommendations for patients with bleeding disorders. Transl Pediatr. 2017;6(3):174-80. doi:10.21037/tp.2017.04.07

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Inhaltlich geprüft: M-DE-XXXXXXXX

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## Korrektur-Zusammenfassung
In Zeile 7 wurde der Tooltip (fw-term-Span mit data-tip/title) bei 'Hämophilie A' gemäß dem späteren Reviewer-Kommentar (09:13) ergänzt. Der Rest des Artikels bleibt unverändert.