```json { "modus": "a", "headwords": ["Von-Willebrand-Syndrom", "Von-Willebrand-Faktor"], "skip": [], "kernsatz": { "origin": "new", "html": "
Das Von-Willebrand-Syndrom (VWS) ist eine angeborene Blutgerinnungsstörung, bei der der Von-Willebrand-Faktor fehlt, zu wenig gebildet wird oder nicht richtig arbeitet. Dieser Eiweißbaustein hilft normalerweise, Wunden zu verschließen, und schützt außerdem den Faktor VIII vor einem zu schnellen Abbau im Blut. Anders als die Hämophilie A wird das Von-Willebrand-Syndrom geschlechtsunabhängig vererbt und betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Beim Von-Willebrand-Syndrom stehen Schleimhautblutungen im Vordergrund, während bei der Hämophilie A vor allem Muskel- und Gelenkblutungen auftreten. Beide Erkrankungen sind heute gut behandelbar.
", "annotation": "Kernsatz verdichtet Lede + beantwortet H1-Doppelfrage (Was? und Unterschied zur HA?); benennt Ursache + Vererbung + Blutungstyp; positiv formuliert." }, "ankernavi": [ "Was ist das Von-Willebrand-Syndrom und wie hängt es mit Hämophilie A zusammen?", "Welche Aufgaben hat der Von-Willebrand-Faktor – und was hat das mit Hämophilie A zu tun?", "Welche Blutungen sind für das Von-Willebrand-Syndrom typisch?", "Wie unterscheiden sich die drei Typen des Von-Willebrand-Syndroms?", "Von-Willebrand-Syndrom und Hämophilie A: Worin liegt der Unterschied?", "Wie wird das Von-Willebrand-Syndrom behandelt – und wie unterscheidet es sich von der Hämophilie A-Therapie?" ], "wichtigstes": { "intro": "Beim Von-Willebrand-Syndrom (VWS) ist eine wichtige Voraussetzung für die Blutgerinnung gestört – für Menschen mit Hämophilie A lohnt sich der genaue Blick auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede.", "bullets": [ "Das Von-Willebrand-Syndrom ist die häufigste angeborene Blutgerinnungsstörung und betrifft Frauen und Männer gleichermaßen.{{ref:1}}", "Typisch sind vor allem Schleimhautblutungen – zum Beispiel Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder starke Regelblutungen.{{ref:2}}", "Der Von-Willebrand-Faktor stabilisiert den Faktor VIII und hilft Blutplättchen beim ersten Wundverschluss.{{ref:2}}", "Beim seltenen Untertyp 2N kann das Von-Willebrand-Syndrom mit einer leichten Hämophilie A verwechselt werden – die Behandlung unterscheidet sich jedoch grundlegend.{{ref:1}}", "Die Therapie richtet sich nach dem Typ: von der Bedarfsbehandlung mit blutungsstillenden Medikamenten bis zur vorbeugenden Gabe von VWF-haltigen Faktor VIII-Konzentraten.", "Das Von-Willebrand-Syndrom ist nicht dasselbe wie eine Hämophilie A – Ursache, Vererbung und typische Blutungen unterscheiden sich deutlich." ], "fakt_index": 4 }, "body": [ {"origin": "new", "html": "Das Von-Willebrand-Syndrom ist die häufigste angeborene Störung der Blutgerinnung. Ausgelöst wird es durch einen fehlenden, zu geringen oder fehlerhaften Von-Willebrand-Faktor – einen Eiweißbaustein, der die Blutgerinnung an mehreren Stellen unterstützt. Für Menschen mit Hämophilie A ist das Wissen darum besonders wertvoll: Der Von-Willebrand-Faktor stabilisiert nämlich den Faktor VIII im Blut. Fällt er aus, kann auch der Faktor VIII-Wert sinken – und die Beschwerden ähneln in manchen Fällen denen einer leichten Hämophilie A.{{ref:1}}
", "annotation": "Neuer H2-Intro mit HA-Bezug; gestützt auf c1 (VWD = VWF-Mangel, VWF chaperoniert FVIII).", "quelle_n": 1, "input_citation_ids": ["c1"]}, {"origin": "new", "html": "Das Von-Willebrand-Syndrom (VWS), auch Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom, Willebrand-Jürgens-Syndrom oder Willebrand-Syndrom genannt, ist die Gerinnungsstörung mit der größten Häufigkeit.
", "annotation": "Original 1:1 aus der Akte übernommen."}, {"origin": "changed", "html": "Nicht alle Menschen mit dieser Veranlagung entwickeln spürbare Blutungssymptome; häufig fällt das Von-Willebrand-Syndrom erst bei einer Operation oder einer größeren Verletzung auf.
", "annotation": "Grund (f) Beleg-Reconciliation ii(b): spezifische Prävalenzzahl (‚etwa 1 %'; ‚1:3.000 bis 1:10.000'; ‚800.000 Männer und Frauen') im Whitelist-/Zitat-Pool nicht deckbar → auf allgemeine, nicht-belegpflichtige Form umgeschrieben."}, {"origin": "kept", "html": "Das VWS entsteht durch einen Mangel an Von-Willebrand-Faktor (VWF) oder durch unzureichend funktionierenden VWF. Grund dafür ist ein defektes Gen. Da es sich um ein Gen handelt, das nicht auf einem Geschlechtschromosom liegt, wird es geschlechtsunabhängig an alle Neugeborenen vererbt.
", "annotation": "Original 1:1 aus der Akte übernommen."}, {"origin": "new", "html": "Der Von-Willebrand-Faktor übernimmt gleich zwei wichtige Aufgaben in der Blutgerinnung. Beide sind auch für Menschen mit Hämophilie A relevant: Der Faktor stabilisiert nicht nur den Faktor VIII, sondern hilft auch dem ersten Wundverschluss durch Blutplättchen. Fällt der Von-Willebrand-Faktor aus, sinkt oft gleichzeitig der Faktor VIII-Wert – ein Zusammenhang, der zwischen einer leichten Hämophilie A und einem Von-Willebrand-Syndrom für Verwechslungen sorgen kann.{{ref:2}}
", "annotation": "Intro leitet HA-Verbindung ein; c3/c4 belegen: HMW-VWF-Multimere binden Plättchen, VWF stabilisiert FVIII.", "quelle_n": 2, "input_citation_ids": ["c3", "c4"]}, {"origin": "new", "html": "Der Von-Willebrand-Faktor hat zwei Aufgaben. Die eine ist die Stabilisierung von Faktor VIII, sodass dieser im Blutkreislaufsystem nicht vorschnell abgebaut wird. Die andere Aufgabe besteht darin, durch die Bildung eines Blutplättchen-Pfropfens für einen ersten Verschluss der Wunde zu sorgen. Das geschieht, indem VWF über Kollagen an die Wunde bindet und Blutplättchen (Thrombozyten) wiederum an den Faktor. Die Blutplättchen binden weiter aneinander und bilden so einen Pfropf, der sich auch „weißer Thrombus" nennt.{{ref:2}}
", "annotation": "Original 1:1 übernommen; Regel ii(a): belegpflichtiger Faktsatz erhält cit_ids (c3/c4) und {{ref}}, damit 3.1 die Aussage gegen das verbatim Quote prüft.", "quelle_n": 2, "input_citation_ids": ["c3", "c4"]}, {"origin": "new", "html": "Beim Von-Willebrand-Syndrom stehen Schleimhautblutungen im Vordergrund. Betroffene bemerken sie oft schon in der Kindheit – etwa als häufiges Nasenbluten oder verlängerte Blutungen nach dem Zahnziehen. In vielen Fällen sind die Blutungen aber so mild, dass sie lange unbemerkt bleiben und erst bei einer Operation oder einer stärkeren Verletzung auffallen. Das unterscheidet die typische Symptomatik deutlich von einer Hämophilie A, bei der vor allem Gelenk- und Muskelblutungen auftreten.{{ref:2}}
", "annotation": "Intro; c5 nennt typische unterscheidende Blutungen (Nasenbluten, Zahnextraktion, Menorrhagie).", "quelle_n": 2, "input_citation_ids": ["c5"]}, {"origin": "new", "html": "Insbesondere Schleimhautblutungen sind typische Symptome für das VWS: Nasenbluten, Zahnfleischbluten, starke Regelblutungen, Magendarmblutungen sowie Blutungen in Blase, Harnröhre und Gebärmutter. In den meisten Fällen sind diese Blutungen aber nicht so stark, dass sie auffallen oder bedrohlich sind. Häufig kommt es erst infolge von starken Blutungsereignissen zur Diagnose.{{ref:2}}
", "annotation": "Original 1:1 übernommen; Regel ii(a): typische Blutungsliste durch c5 gedeckt (bleeding after tooth extraction, nosebleeds, menorrhagia, skin bleeding, surgical bleeding).", "quelle_n": 2, "input_citation_ids": ["c5"]}, {"origin": "new", "html": "Das VWS wird in drei Typen aufgeteilt:
", "annotation": "Original 1:1 übernommen."}, {"origin": "new", "html": "Die international genutzte Einteilung der Hämostaseologie-Fachgesellschaften unterscheidet drei Haupttypen: Typ 1 (zu wenig Von-Willebrand-Faktor), Typ 2 (fehlerhafter Von-Willebrand-Faktor) und Typ 3 (kaum oder kein Von-Willebrand-Faktor). Bei Typ 3 sind zusätzlich die Faktor VIII-Werte deutlich reduziert – ein wichtiger Hinweis, warum die Beschwerden hier denen einer schweren Hämophilie A ähneln können. Neben diesen drei erblichen Formen gibt es auch ein erworbenes Von-Willebrand-Syndrom, das erst im Laufe des Lebens auftreten kann.{{ref:1}}
", "annotation": "Intro-Absatz; c6 belegt die Dreiteilung (Typ 1 quantitativ, Typ 2 qualitativ, Typ 3 virtuelles Fehlen mit sehr niedrigen FVIII-Werten).", "quelle_n": 1, "input_citation_ids": ["c6"]}, {"origin": "new", "html": "Der VWF, der produziert wird, funktioniert zwar, die produzierte Menge ist allerdings zu gering (quantitativer Defekt). Dieser Typ des Syndroms wird bereits hervorgerufen, wenn lediglich eine der zwei vorhandenen Versionen des Gens für den VWF fehlerhaft ist. Die Blutungsneigung ist in der Regel schwach ausgeprägt. Häufig wird die erhöhte Blutungsneigung erst bei operativen Eingriffen oder stärkeren Verletzungen, zum Beispiel auch beim Ziehen eines Zahns bemerkt, woraufhin dann die Diagnose VWS gestellt wird.{{ref:1}}
", "annotation": "Original 1:1 übernommen; Regel ii(a): Typ-1-Beschreibung (quantitativer Defekt) durch c6 gedeckt.", "quelle_n": 1, "input_citation_ids": ["c6"]}, {"origin": "changed", "html": "Typ 1 ist die mit Abstand häufigste Form des Von-Willebrand-Syndroms.
", "annotation": "Grund (f) Beleg-Reconciliation ii(b): spezifische Prozentangabe ‚60 bis 80 Prozent' im Pool nicht deckbar → auf allgemeine, nicht-belegpflichtige Form umgeschrieben."}, {"origin": "new", "html": "Der produzierte VWF ist fehlerhaft und kann seine Aufgaben daher nur bedingt umsetzen (qualitativer Defekt). Dadurch kommt es zu einer ausgeprägteren Blutungsneigung als bei Typ 1, die daher auch früher erkannt wird.{{ref:1}}
", "annotation": "Original 1:1 übernommen; Regel ii(a): Typ-2-Beschreibung (qualitativer Defekt) durch c6 gedeckt.", "quelle_n": 1, "input_citation_ids": ["c6"]}, {"origin": "changed", "html": "Typ 2 ist seltener als Typ 1. Die Vererbung erfolgt bei den Untertypen 2A, 2B und 2M autosomal-dominant – bereits eine veränderte Genversion reicht aus, um den Typ 2 auszulösen. Nur beim selteneren Untertyp 2N ist der Erbgang autosomal-rezessiv; hier müssen beide Genversionen verändert sein.{{ref:1}}
", "annotation": "Grund (d) Aktualität laut 1.6-Block: veraltete Aussage ‚autosomal-rezessiv' aktualisiert; zusätzlich Regel ii(b) für die Prozentangabe ‚15 bis 30 Prozent' (nicht im Pool). Beleg c1 (ASH-ISTH 2021).", "quelle_n": 1, "input_citation_ids": ["c1"]}, {"origin": "new", "html": "Typ 3 ist die seltenste Form des Von-Willebrand-Syndroms; hier wird kein oder kaum Von-Willebrand-Faktor produziert. Da der Von-Willebrand-Faktor auch den Faktor VIII schützt, sind bei Typ 3 zusätzlich die Faktor VIII-Werte deutlich reduziert.{{ref:1}}
", "annotation": "Grund (f) Beleg-Reconciliation ii(b): Prozentangabe ‚5 bis 10 Prozent' im Pool nicht deckbar → auf allgemeine Form umgeschrieben; zusätzliche Aussage zu niedrigen FVIII-Werten durch c6 gedeckt (‚virtual absence of VWF with associated very low FVIII levels').", "quelle_n": 1, "input_citation_ids": ["c6"]}, {"origin": "kept", "html": "Dadurch kann es neben den typischen Schleimhautblutungen auch zu Blutungen in Muskeln und Gelenken kommen, welche den Blutungen bei einer Hämophilie A, bei der der Faktor VIII fehlt, ähneln. Betroffene mit Typ 3 werden in der Regel bereits im frühen Kindesalter diagnostiziert.{{ref:1}}
", "annotation": "Original 1:1 übernommen; Regel ii(a): Aussage zu Muskel-/Gelenkblutungen und niedriger FVIII-Aktivität bei Typ 3 durch c6 gedeckt.", "quelle_n": 1, "input_citation_ids": ["c6"]}, {"origin": "new", "html": "Neben diesen erblichen Formen des Von-Willebrand-Syndroms kann es vorkommen, dass sich das Krankheitsbild infolge bestimmter Erkrankungen (Autoimmunerkrankungen, Krebs, Herzkrankheiten) oder medikamentöser Behandlungen entwickelt.{{ref:2}}
", "annotation": "Original 1:1 übernommen; Regel ii(a): Aussage zum erworbenen VWS durch c2 gedeckt (‚Acquired disorders that mimic VWD are referred to as acquired von Willebrand syndrome (AVWS)').", "quelle_n": 2, "input_citation_ids": ["c2"]}, {"origin": "new", "html": "Diese als erworbenes Von-Willebrand-Syndrom (AVWS) bezeichnete Form ahmt die Beschwerden des angeborenen Von-Willebrand-Syndroms nach. Sie wird meist erst im Erwachsenenalter erkannt, wenn die auslösende Grunderkrankung auffällig wird.{{ref:2}}
", "annotation": "Ergänzung zum H3-Abschnitt für ausreichende Sektionslänge; c2 belegt AVWS als Mimikry-Form.", "quelle_n": 2, "input_citation_ids": ["c2"]}, {"origin": "new", "html": "Auch wenn das Von-Willebrand-Syndrom und die Hämophilie A beide zu vermehrten Blutungen führen können, unterscheiden sich Ursache und Behandlung deutlich. Bei der Hämophilie A ist der Faktor VIII vermindert oder gestört, beim Von-Willebrand-Syndrom der Von-Willebrand-Faktor. Weil der Von-Willebrand-Faktor den Faktor VIII schützt, kann der Faktor VIII-Wert beim Von-Willebrand-Syndrom ebenfalls niedrig sein – gerade beim Untertyp 2N ähnelt das Blutbild einer leichten Hämophilie A. Die Behandlung unterscheidet sich jedoch grundlegend.{{ref:1}}
", "annotation": "Intro Vergleich; c1 belegt VWF-Chaperonfunktion für FVIII, c7 belegt Typ 2N ↔ mild HA Verwechslungsrisiko und unterschiedliche Therapie.", "quelle_n": 1, "input_citation_ids": ["c1", "c7"]}, {"origin": "new", "html": "Bei niedrigen Faktor VIII-Werten empfehlen die aktuellen Leitlinien, das Von-Willebrand-Syndrom (einschließlich Untertyp 2N) auszuschließen, bevor die Diagnose einer leichten Hämophilie A gestellt wird. Der Grund: Beim Untertyp 2N liegt der Von-Willebrand-Faktor zwar in normaler Menge vor, kann den Faktor VIII aber nicht ausreichend schützen – die Werte sinken. Die Behandlung unterscheidet sich fundamental: Bei Hämophilie A hilft ein Faktor VIII-Präparat, beim Von-Willebrand-Syndrom braucht es dagegen einen Ersatz des Von-Willebrand-Faktors.{{ref:3}}
", "annotation": "c8 belegt Laborabklärung zum VWD-Ausschluss bei reduzierter FVIII-Aktivität; c9 belegt Ausschluss von VWD (inkl. Typ 2N) vor Diagnose leichter HA.", "quelle_n": 3, "input_citation_ids": ["c8", "c9"]}, {"origin": "new", "html": "Die Behandlung richtet sich nach dem Typ des Von-Willebrand-Syndroms und unterscheidet sich von der Hämophilie A-Therapie. Bei der Hämophilie A stehen Therapien im Mittelpunkt, die den fehlenden Faktor VIII ersetzen oder seine Wirkung nachahmen. Beim Von-Willebrand-Syndrom kommen häufig zunächst blutungsstillende Medikamente zum Einsatz. Bei schwereren Formen werden Konzentrate eingesetzt, die den Von-Willebrand-Faktor zusammen mit Faktor VIII enthalten – diese ersetzen den fehlenden Von-Willebrand-Faktor gezielt.{{ref:1}}
", "annotation": "Intro-Absatz Vergleich HA-/VWS-Therapie; c7 belegt: HA erhält FVIII-Konzentrat, VWS (Typ 2N) benötigt VWF-Ersatz.", "quelle_n": 1, "input_citation_ids": ["c7"]}, {"origin": "new", "html": "Von Typ 1 Betroffene benötigen oft keine prophylaktische Behandlung – eine Bedarfstherapie mit blutungsstillenden Mitteln ist bei auftretenden Blutungen meist ausreichend. Im Zusammenhang mit Operationen kann aber eine vorbeugende Verabreichung von blutungsstillenden Medikamenten notwendig sein.
", "annotation": "Original 1:1 übernommen."}, {"origin": "kept", "html": "Betroffene mit Typ 2 sprechen auf blutungsstoppende Medikamente sehr unterschiedlich an. Bei einer milden Ausprägung reicht oft auch eine Bedarfstherapie bei kleinen Verletzungen.
", "annotation": "Original 1:1 übernommen."}, {"origin": "changed", "html": "Für Menschen mit Typ 3 sind die blutungsstillenden Medikamente nicht geeignet. Stattdessen erhalten sie eine Substitutionstherapie (lat. substituere = ersetzen) mit VWF-haltigen Faktor VIII-Präparaten.
", "annotation": "Grund (c) Nomenklatur laut 1.6-Befund: ‚Faktor-VIII-Präparaten' → ‚Faktor VIII-Präparaten' (Leerzeichen zwischen ‚Faktor' und Zahl)."}, {"origin": "changed", "html": "Betroffene mit VWS Typ 3, viele mit VWS Typ 2 und Menschen mit einer schweren Ausprägung des Typ 1 müssen vorbeugend mit VWF-haltigen Faktor VIII-Konzentraten behandelt werden, um Blutungen zu verhindern.
", "annotation": "Grund (c) Nomenklatur laut 1.6-Befund: ‚Faktor-VIII-Konzentraten' → ‚Faktor VIII-Konzentraten' (Leerzeichen zwischen ‚Faktor' und Zahl)."} ], "faq": [ {"frage": "Warum ist der Faktor VIII-Wert beim Von-Willebrand-Syndrom oft niedrig?", "antwort": "Der Von-Willebrand-Faktor hat eine Schutzfunktion für den Faktor VIII: Er stabilisiert ihn im Blut, sodass Faktor VIII langsamer abgebaut wird. Fehlt oder funktioniert der Von-Willebrand-Faktor nicht richtig, sinkt darum in vielen Fällen auch der Faktor VIII-Wert – auch ohne einen eigenen Faktor VIII-Defekt.{{ref:2}}
", "ist_neu": true}, {"frage": "Sind Frauen und Männer gleich häufig vom Von-Willebrand-Syndrom betroffen?", "antwort": "Ja. Das Gen für den Von-Willebrand-Faktor liegt nicht auf einem Geschlechtschromosom, sondern wird geschlechtsunabhängig vererbt. Anders als bei der Hämophilie A, die überwiegend Männer betrifft, sind beim Von-Willebrand-Syndrom Frauen und Männer gleichermaßen betroffen – wobei starke Regelblutungen bei Frauen oft ein erstes Anzeichen sind.{{ref:2}}
", "ist_neu": true}, {"frage": "Wie wird das Von-Willebrand-Syndrom in der Praxis diagnostiziert?", "antwort": "Wenn Blutungen auffällig werden – etwa langes Nachbluten nach dem Zahnziehen oder starke Regelblutungen –, hilft eine gezielte Blutuntersuchung weiter. Dabei werden die Aktivität und die Menge des Von-Willebrand-Faktors gemessen; zusätzlich wird meist der Faktor VIII-Wert bestimmt. Bei niedrigem Faktor VIII empfehlen die Leitlinien ausdrücklich, auch das Von-Willebrand-Syndrom mit zu prüfen, um eine leichte Hämophilie A sicher davon abzugrenzen.{{ref:3}}
", "ist_neu": true}, {"frage": "Bleibt ein angeborenes Von-Willebrand-Syndrom das ganze Leben lang bestehen?", "antwort": "Ein angeborenes Von-Willebrand-Syndrom begleitet die Betroffenen in der Regel ein Leben lang. Die gute Nachricht: Es ist heute sehr gut behandelbar. Je nach Typ reicht eine Bedarfsbehandlung mit blutungsstillenden Medikamenten aus; bei schwereren Formen sorgen vorbeugende Konzentrate mit Von-Willebrand-Faktor und Faktor VIII für einen zuverlässigen Schutz im Alltag.
", "ist_neu": true} ], "faq_rejected": [ {"frage": "Kann ein Von-Willebrand-Syndrom mit einer leichten Hämophilie A verwechselt werden?", "gate": "gate-3", "grund": "Doppelt zu H3 ‚Wann sollten Ärztinnen und Ärzte an ein Von-Willebrand-Syndrom denken?' – gleicher Gegenstand (Typ 2N ↔ leichte HA)."}, {"frage": "Kann sich ein Von-Willebrand-Syndrom auch erst im Laufe des Lebens entwickeln?", "gate": "gate-3", "grund": "Doppelt zu H3 ‚Was ist das erworbene Von-Willebrand-Syndrom?' – gleicher Gegenstand (AVWS)."} ], "fazit": { "absaetze": [ "Das Von-Willebrand-Syndrom und die Hämophilie A haben mehr gemeinsam, als der Name vermuten lässt – der Von-Willebrand-Faktor schützt nämlich den Faktor VIII im Blut. Wer den Unterschied kennt, versteht besser, warum manche Blutungen bei beiden Erkrankungen ähneln und eine genaue Diagnose so wichtig ist. Erfahrene Fachleute im Hämophilie-Zentrum kennen die Unterschiede und begleiten Betroffene sicher durch Diagnose und Therapie.
", "Je nach Typ des Von-Willebrand-Syndroms reicht eine Bedarfsbehandlung mit blutungsstillenden Medikamenten aus; bei schwereren Formen sorgen VWF-haltige Faktor VIII-Konzentrate für zuverlässigen Schutz. Für Menschen mit Hämophilie A und ihre Familien ist das Behandlungsteam die beste Anlaufstelle für alle Fragen rund um beide Erkrankungen.
" ], "therapie_hinweis_enthalten": true }, "cta": "Bei allgemeinen Fragen rund um das Leben mit Hämophilie A hilft das Kontaktformular weiter.
", "sources": [ {"n": 1, "zitat": "James PD, Connell NT, Ameer B, et al. ASH ISTH NHF WFH 2021 guidelines on the diagnosis of von Willebrand disease. Blood Adv. 2021;5(1):280–300.", "url": "https://doi.org/10.1182/bloodadvances.2020003265", "abrufdatum": null}, {"n": 2, "zitat": "Bharati KP, Prashanth UR. Von Willebrand disease: an overview. Indian J Pharm Sci. 2011;73(1):7–16.", "url": "https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3224412/", "abrufdatum": "27.08.2025"}, {"n": 3, "zitat": "Srivastava A, Santagostino E, Dougall A, et al. WFH Guidelines for the Management of Hemophilia, 3rd edition. Haemophilia. 2020;26(Suppl 6):1–158.", "url": "https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/hae.14046", "abrufdatum": null} ] } ```